Die Europäische Kommission stellt fest, dass der Menschenhandel sich "negativ auf den Einzelnen, die Gesellschaft und die Wirtschaft auswirkt", "eine schwerwiegende Grundrechtsverletzung" darstellt und "in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union explizit verboten" ist [1].

Diese Studie entstand aus dem INTAP-Projekt, einem von der Europäischen Kommission kofinanzierten Forschungsprojekt mit intersektionellem Ansatz für den Integrationsprozess in Europa für Betroffene des Menschenhandels (SoT). Das Projekt wurde durchgeführt, um den Integrationsprozess nigerianischer SoTs zu untersuchen und die zentrale Frage zu beantworten, wie die Chancen und Hindernisse für den Integrationsprozess in Europa für nigerianische Betroffene von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung gestärkt und überwunden werden können. Die qualitative Studie wurde an 35 nigerianischen Betroffenen, 18 ExpertInnen und 2 Fokusgruppen durchgeführt. Die Daten wurden durch ein halb-strukturiertes qualitatives Interview mit Fragen zu verschiedenen Aspekten der Integration gesammelt und mit der Software MAXQDA transkribiert und analysiert.

Die wichtigsten Ergebnisse dieser Studie sind die Rolle einer Vertrauensperson als größte Chance und die Rolle der Angst als größtes Hindernis für die Integration der SoTs. Weitere Implikationen sind der Bedarf an mehr staatlicher Finanzierung für geschlechtsspezifische und mutter- und kinderfreundliche, sichere Unterkünfte sowie auf Betroffene spezialisierte SozialarbeiterInnen und NGOs. Die Asylpolitik muss angepasst werden, um von der Abschiebung von SoTs abzusehen. Parallel dazu sollten die EU-Mitgliedstaaten mehr Mittel für Antirassismus- und andere sozialpolitische Projekte freigeben, um Flüchtlingsfeindlichkeit in der Gesellschaft entgegenzuwirken.

Als kurze Übersicht zum Inhalt des Berichts: Kapitel 2 gibt den Kontext der Studie wieder und stellt den Stand der Forschung dar. LeserInnen, die sich für den methodischen Ansatz interessieren, können zu Kapitel 3 gehen. Leserinnen und Leser, die sich am meisten für bestimmte Themen innerhalb der Integration interessieren (z.B. Gesundheitssystem, Wohnen usw.), können dies in Kapitel 4 mit den spezifischen Code-Zusammenfassungen nachlesen. PraktikerInnen (z.B. SozialarbeiterInnen, Freiwillige usw.), deren Schwerpunkt auf den praktischen Auswirkungen liegt, können direkt zu Kapitel 5.2 und 5.3 übergehen.

[1] Europäische Kommission. 2016. “Bericht der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat - Bericht über die Fortschritte bei der Bekämpfung des Menschenhandels (2016).” COM(2016) 267 Final. Brussles.

 

 

 

 

Zusammenfassungen

Das Gemeinsame Europäische Asylsystem (CEAS) ist der rechtliche Rahmen der EU für Asylfragen. Als die Europäische Union 1999 mit der Arbeit am Gemeinsamen Europäischen Asylsystem begann, zielte sie darauf ab, Mindeststandards für Asyl in allen EU-Mitgliedstaaten festzulegen. Dieses Arbeitspapier bietet eine Zusammenfassung der fünf wichtigsten Richtlinien/Verordnungen im Asylbereich.

Ein weiteres Thema, das Betroffene von Menschenhandel im Rahmen eines intersektionalen Integrationsansatzes betrifft und das kaum angesprochen wird, ist die Mutterschaft. Dieses Arbeitspapier befasst sich mit der Frage, wie die Mutterschaft die Integration nigerianischer Mütter behindern und auch fördern kann.

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